Buchbesprechungen
Allergien vorbeugen – Allergieprävention heute: Toleranzentwicklung fördern statt Allergene vermeiden. Von Imke Reese und Christiane Schäfer. 2009. 176 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 14,8 x 21 cm, broschiert, 14,95 Euro. Systemed, Lünen, ISBN: 978-3-927372-50-4.
Das kürzlich im Systemed-Verlag, Lünen, erschienene Buch “Allergien vorbeugen” der beiden Diplom-Oecotrophologinnen Dr. Imke Reese und Christiane Schäfer ist ein hoch aktuelles, sehr gelungenes und sowohl für interessierte Laien als auch für Ärzte lesenswertes Buch.
Es vermittelt die evidenzbasierten, neuesten Empfehlungen zur Allergieprävention in laienverständlicher, aber wissenschaftlich exakter Sprache, ohne dabei im Stil trocken oder in den Empfehlungen unrealistisch zu werden. Einfühlsam und für junge Eltern nachvollziehbar trennen die Autorinnen auf 176 Seiten die Spreu vom Weizen der zahlreichen, sich häufig widersprechenden Empfehlungen der Laienpresse und weisen dabei explizit auf Änderungen der neuesten Empfehlungen relativ zu älteren Arbeiten hin. Fachlich basiert das Buch auf den Empfehlungen der deutschen AMWF-Leitlinie „Allergieprävention“ aus dem Jahre 2009, die in einer didaktisch sinnvollen Abbildung zum Ende des Buches zusammengefasst sind. Dabei beschränkt sich das Buch nicht auf ernährungswissenschaftliche Aspekte, sondern bezieht zahlreiche Aspekte des täglichen Lebens bis hin zur Wohnraumgestaltung und Haustierhaltung mit ein. Alle ausgesprochenen Empfehlungen bleiben realistisch und umsetzbar.
Der aus auch optisch gut abgesetzten Kernaussagen bestehende Kanon der Empfehlungen wird umrahmt von gut formulierten, wissenschaftlichen Erläuterungen, warum denn diese Empfehlungen so existieren, wie gesichert die einzelnen Empfehlungen denn sind und warum anders lautende Auffassungen nicht mehr aktuell sind. Umrahmt wird das Ganze von einer Einführung zur allergologischen Nomenklatur und Geschichte der Präventionsstrategien, einer Schilderung der physiologischen Veränderungen im Verlauf von Schwangerschaft und Stillzeit, sowie Kapiteln zu Impfungen, Rauchen und einem Ausblick auf die Zukunft. Kurze, prägnante, durch das zarte Grün des Schriftbilds nicht bei jedem Licht gut lesbare Zusammenfassungen runden den allseits gelungenen Text optisch und sachlich ab.
In der Zusammenschau ist ein uneingeschränkt empfehlenswertes Buch entstanden, dessen Lektüre sowohl dem oecotrophologischen Laien, als auch dem ausgewiesenen Facharzt Gewinn bringen wird und vielen verunsicherten Eltern große Hilfe in der Gestaltung ihres täglichen Lebens und insbesondere ihrer Ernährung leisten wird.
Prof. Dr. med. A. Wollenberg Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie Ludwig-Maximilians-Universität Frauenlobstraße 9 – 11 D-80337 München
Quelle: Allergologie 2009, 32 (11)